Wimbledon: Nadal kämpft sich in nächste Runde

28 Juni 2022 22:58:01 CET
Rafael Nadal peilt den Vierfach-Grand-Slam an.

Rafael Nadal hat in Wimbledon einen soliden Start hingelegt. Der Spanier hat damit weiterhin die Chance als erster Mann seit Rod Laver vor mehr als 40 Jahren alle vier Grand Slam in einem Kalenderjahr zu gewinnen. Der Spanier hat die Trophäen der Australian und French Open bereits in der Tasche und muss als Nächstes zum ersten Mal seit 2010 Wimbledon gewinnen. Wenn ihm das gelingt, bleiben nur noch die US Open in Flushing Meadows, wo er zuletzt 2019 gewonnen hat.

Der Argentinier Francisco Cerundolo machte ihm am Dienstag in der ersten Runde das Leben schwer, ehe er mit 6:4 6:3 3:6 6:4 gewann. Das Match hatte sich zunächst als idealer Auftakt für die Nummer zwei der Setzliste herausgestellt, da die Nummer 43 der Welt Nadal zwar forderte, aber gänzlich gefährlich wurde. Doch der zweimalige Wimbledonsieger ließ im dritten Satz nach, so dass Cherundolo das Match in den vierten Satz bringen konnte. Als der Südamerikaner mit 4:2 in Führung ging, drohte eine Überraschung, doch Nadal zog plötzlich das Tempo an. Er holte sich elf Punkte in Folge zur 5:4-Führung und verwandelte dann seinen ersten Matchball, um den Traum am Leben zu erhalten.

Mehr Tennisnachrichten

Wimbledon: Drei deutsche Pleiten am Dienstag

Wimbledon. Damen - Tag eins

Wimbledon: Herren - Tag eins

Tennis: Tsitsipas gewinnt auf Mallorca

Gelingt Nadal der Grand Slam ?

Nur die australische Legende Laver (1962 und 1969) und der Amerikaner Don Budge (1938) haben jemals einen Grand Slam im Herreneinzel mit Siegen in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York geschafft. Selbst Serena Williams blieb dieses Kunststück verwehrt, zuletzt gelang dies Steffi Graf im Jahr 1988 bei den Damen. Nadals Weg ins Finale wurde durch Absage des ehemaligen Finalisten Marin Cilic erleichtert, auf den er in der vierten Runde treffen sollte. Stattdessen wird er frühestens im Viertelfinale auf einen Spieler aus den Top 20 treffen. Das ist allerdings noch eine Woche entfernt, denn seine nächste Herausforderung ist das Zweitrundenmatch gegen Ricardas Berankis. Der Litauer schlug den Kalifornier Sam Querry mit 6:4, 7:5 und 6:3. Bei den Herren waren Krankheiten und Verletzungen sowohl für die gesetzten Spieler als auch für die Gegner ein großes Problem.

Berrettini mit Absage

Der letztjährige Vizemeister Matteo Berrettini folgte Cilic mit einer Absage, während Grigor Dimitrov mit einer offensichtlichen Leistenverletzung aufgeben musste, als er gegen den Amerikaner Steve Johnson 6:4 und 2:5 führte. Der erste gesetzte Spieler, der verlor, war der dänische Teenager Holger Rune, der an 24 gesetzt ist. Der French-Open-Viertelfinalist unterlag dem Amerikaner Marcos Giron mit 6:3 7:5 6:4.

US-Youngster überzeugen

Weitere US-Erfolge gab es für die gesetzten Reilly Opelka und Jenson Brooksby, die jeweils einen glatten Satzsieg über den Spanier Carlos Taberner und den Kasachen Mikhail Kukushkin einfuhren. Für Aufregung vor Ort sorgten der Teenager Jack Draper und der Wildcard-Spieler Ryan Peniston, die beide ihre ersten Siege bei einem Grand Slam feierten. Der 20-jährige Draper ist in diesem Jahr in die Top 100 der Weltrangliste aufgestiegen, wobei sein Spiel sehr gut für Rasen geeignet ist. Er schlug den Belgier Zizou Bergs mit 6:4, 6:4, 7:6 (7:4) und trifft nun auf die australische Nummer 1 Alex de Minaur. Peniston, der im Alter von 26 Jahren sein Wimbledon-Debüt gab, schlug den Schweizer Henri Laaksonen mit 6-4 6-3 6-2.

Erstrunden-Aus für Koepfer

Tennis-Profi Dominik Koepfer aus Furtwangen hat sein erstes Match in Wimbledon verloren. Somit ist er einer von sechs Deutschen, die aus dem Turnier früh ausgeschieden sind. Tennis-Profi Dominik Koepfer aus Furtwangen hat sein erstes Match in Wimbledon verloren. Somit ist er einer von sechs Deutschen, die aus dem Turnier früh ausgeschieden sind. Auch der deutsche Qualifikant Nicola Kuhn musste sich in vier Sätzen gegen Brandon Nakashima geschlagen geben. Dieser trifft nun auf Denis Shapalov. Shapovalov, die Nummer 13 des Turniers, hatte einiges zu beißen: Er musste beim 6:1, 6:7 (6), 6:7 (4), 64 und 6:1 über die Distanz gehen.

Cressy sorgt für Überraschung

Serve-and-Volley-Experte Maxime Cressy (ATP-Nr. 45) hat dank alter Wimbledontugenden für eine Überraschung gesorgt und den an sechs gesetzten Felix Auger-Aliassime in Runde eins ausgeschaltet. Cressy siegte mit 6:7, 6:4, 7:6 und 7:6 gegen den Kanadier und steht damit in Runde zwei bei den All England Championships.  Der US-Amerikaner, erst seit Beginn des Jahres ein Mitglied der Top 100, spielt gnadenloses Serve-and-Volley - und das erfolgreich: 88 seiner 120 Serve-and-Volley-Versuche beendete er gegen Auger-Aliassime mit dem Punktgewinn, insgesamt holte Cressy 95 seiner 134 Punkte am Netz, eine Gewinnquote von 71 Prozent. Vier Stunden und zehn Minuten dauerte die Begegnung insgesamt.